Deine Rechte

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Das Recht auf besondere Fürsorge und Förderung bei Behinderung

Behinderte Kinder haben das Recht auf besondere Fürsorge und Förderung, damit sie aktiv am Leben teilnehmen können. (Art. 23 UN-Kinderrechtskonvention)

Schliess deine Augen und geh von deiner Haustür bis zur Bushaltestelle, ohne die Augen zu öffnen.

Setz dich in einen Rollstuhl und such den schnellsten Weg vom Jugendhaus zum Schwimmbad.

Stell beim Filmschauen den Ton ab und versuch der Handlung zu folgen:

  • So anspruchsvoll und anstrengend ist das Leben mit einer körperlichen Beeinträchtigung. Vermutlich wirst du schnell die Augen öffnen, aus dem Rollstuhl aufstehen oder den Ton anstellen. 
  • Viele Kinder und Jugendliche können das nicht. Für sie ist es enorm wichtig, dass Mitschüler, Mitschülerinnen, Lehrpersonen, Eltern, Psychologen, Sozialarbeiterinnen, Politiker und Behördenmitglieder sich immer wieder Gedanken machen, welche speziellen Bedürfnisse Kinder mit einer Beeinträchtigung haben. Und vor allem, was wir alle tun können, damit sie am Leben teilhaben können.

Beispiel: Christian und Anja

  • Christian ist 17 Jahre alt. Er macht eine Lehre und geht in die Berufsschule. Morgens schläft er gerne aus. So kommt es, dass er immer in Eile ist. Aufstehen, duschen, anziehen, frühstücken und mit dem Velo zur Arbeit fahren darf nicht länger als eine Stunde dauern, sonst kommt er zu spät. Meistens schafft er das.

    17-jähriger Velofahrer

 

  • Anja ist ebenfalls 17 Jahre alt. Auch sie ist in der Lehre. Wie Christian arbeitet sie drei Tage pro Woche und besucht an zwei Tagen die Berufsschule. Eigentlich schläft auch Anja gerne aus, aber ganz so einfach wie bei Christian ist das für sie nicht. Anja hat eine körperliche Beeinträchtigung. Ihr Kopf funktioniert bestens, in Gedanken ist sie immer schon zwei Schritte voraus. Aber ihr Körper kann mit dem Tempo nicht mithalten. Aufstehen, duschen und frühstücken dauert bei Anja doppelt so lange wie bei Christian. Und da sie nicht Velo fahren kann, muss sie den Bus zur Arbeit nehmen.

    17-Jährige mit einer Behinderung

    Anjas Leben ist komplizierter und aufwendiger als das von Gleichaltrigen ohne Beeinträchtigung. Für sie ist das nicht weiter schlimm. Sie fühlt sich selten behindert. Mit viel Energie meistert sie ihren Alltag. Aber immer wieder gerät sie in Situationen, in denen sie allein nicht weiterkommt. Alltägliche Dinge können für sie zu einer riesigen Herausforderung werden. So ist sie zum Beispiel darauf angewiesen, dass ihr jemand hilft, wenn sie in gewisse Züge einsteigen will. Weil der Einstieg zu steil und zu eng ist, braucht sie jemanden, der sie stützt und ihr die Krücken hineinträgt. Das macht sie wütend. Wie einfach wäre es doch, nur Züge zu bauen, in die man ebenerdig einsteigen kann. Auch hohe Gehsteigkanten oder Treppen sind für sie schwierig zu bewältigen. Wie muss es da erst Menschen im Rollstuhl ergehen? 

Icon VorurteileNoha lebt seit seiner Geburt mit einem Handicap. Er hat das Down-Syndrom. Fabienne, 33 Jahre alt und seit Geburt gehörlos, mag gerne Techno. «Hitzi» sitzt im Rollstuhl, er ist querschnittgelähmt. Yves ist stark sehbehindert - er sieht nur zwei Prozent dessen, was ein «normaler» Mensch sehen kann. Interessieren dich ihre Geschichten? Schaue dir ihre Interviews an...

Kinder und Jugendliche mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen haben das Recht, aktiv und mit möglichst wenig Hilfe von aussen am Leben teilzunehmen. Damit das gelingt, müssen alle mithelfen: Behörden, Stadtplanerinnen, Architekten, Firmen, Schulen und wir als Privatpersonen. Indem wir zum Beispiel ohne Vorurteile auf Menschen mit Beeinträchtigungen zugehen, sie kennenlernen und erfahren, was sie brauchen, um ein unbehindertes Leben zu führen.

Patronat
Autor/-in
Eva Moser

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